Existenzgründungen haben Konjunktur
Wir stellen fest, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich selbständig zu machen und umfassende eigene Verantwortung zu übernehmen. Dies zeigen auch die bundesweiten Statistiken und insbesondere auch die wachsende Entwicklung im Wirtschaftsraum Hamburg.
Die Ursachen, eine selbständige Existenz gründen zu wollen, sind sehr vielfältig. Oft geschieht dies aus der Arbeitslosigkeit heraus, aus einer drohenden Insolvenz des Arbeitgebers, aus der Unzufriedenheit mit dem bisherigen Arbeitsplatz oder auch, weil vielfache persönliche Begleitumstände ganz individuell nicht mehr akzeptiert werden. Eine Existenzgründung mit einer schon über lange Jahre gewachsenen und gereiften Geschäftsidee ist sicherlich der günstigste Fall, doch nach unseren Erfahrungen eher die Ausnahme.
Mit jeder Existenzgründung ist oft die Vorstellung und Erwartung der Gründer verbunden, zukünftig alles ganz anders, auf jeden Fall aber besser zu machen. Die Überzeugung vom eigenen Konzept ist groß und dominiert in vielen Fällen das Konzept selbst.
Mit der Finanzkrise und deren spürbaren Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt ist die Anzahl der Existenzgründungen im Jahr 2009 angestiegen. Eigentlich müsste diese Entwicklung gerade in „Krisenzeiten“ verwundern. Sie ist dennoch logisch und verstehbar, weil auch die Unsicherheit und Arbeitslosigkeit zugenommen haben. Die Beschäftigung in Deutschland wird aufgrund der schwächelnden Wirtschaftskraft und auslaufender Kurzarbeitsverträge auch zukünftig – zumindest bis weit in das Jahr 2010 hinein – weiter abnehmen.
Wir stellen fest, dass eine Vielzahl von Existenzgründungen ihren Ursprung in der Arbeitslosigkeit hat. Einerseits ist positiv hervorzuheben, dass sich viele Menschen aus der Erwerbslosigkeit und aus der Abhängigkeit vom Staat selbst befreien und eigene Wege gehen möchten. Andererseits bleibt aber in einer Situation, die auch von Unzufriedenheit und Druck geprägt sein kann, oftmals zu wenig Zeit für ein schlüssiges und wirklich durchdachtes Konzept.
Unsere Erfahrungen im Bereich von Existenzgründungen der letzten Monate zeigen, dass bei zunehmender Quantität der Anfragen die Qualität und Belastbarkeit von „neuen“ Unternehmenskonzepten deutlich leiden.
Wir empfehlen jedem Existenzgründer, sich sehr intensiv mit seinem Vorhaben auseinanderzusetzen und genau und wiederholt zu prüfen, ob er von seinem Persönlichkeits- und Qualifikationsprofil zu seinem geplanten Vorhaben passt. Parallel dazu sollten umfassende Planungen für alle Unternehmensbereiche angefertigt und Rat und Beurteilung von unabhängiger Seite eingeholt werden.
